Hiring-Konzept mit Lupe auf Gelb | Duschrückwand

So machen Unternehmen aus Räumen Argumente zur Mitarbeitergewinnung

Es beginnt oft unscheinbar: Ein Flur, eine offene Tür, ein erster Blick in ein Büro. Der Eindruck entsteht in Sekunden. Noch bevor sich ein Bewerber mit Team, Aufgaben oder Zielen befasst, hat er das Gebäude betreten – und beginnt unterbewusst zu bewerten. Wie riecht es? Wie hell ist es? Wie laut? Wie aufgeräumt? Diese Faktoren sind weit entfernt von strategischer Kommunikation, wirken aber intensiver als jede Imagebroschüre. Denn sie sprechen nicht über das Unternehmen – sie zeigen es. In Zeiten des Fachkräftemangels kann sich kaum ein Arbeitgeber leisten, den räumlichen Kontext dem Zufall zu überlassen. Wer gewinnen will, muss sichtbar machen, was er bietet. Und dabei genügt es nicht, mit Buzzwords zu jonglieren. Flexibilität, Agilität, Innovation – das behaupten alle. Wer stattdessen durch die Gestaltung des eigenen Raums spürbar macht, wofür er steht, hat einen entscheidenden Vorteil: Authentizität. Und genau die zählt.

Architektur als Teil der Arbeitgebermarke

Immer mehr Unternehmen begreifen: Der Raum ist kein reiner Kostenfaktor, sondern ein strategisches Instrument. Wer gute Mitarbeiter gewinnen und halten möchte, braucht mehr als ein Gehaltspaket. Der Arbeitsplatz wird zur Bühne der Unternehmenskultur. Und diese Kultur muss erlebbar sein. Dazu zählt nicht nur der eigentliche Schreibtisch, sondern das gesamte Umfeld: Eingangsbereiche, Besprechungsräume, Rückzugszonen, Küchen, Garderoben, Ruhezonen. Ein stimmiges Raumkonzept unterstreicht Haltung – ohne Worte. Wer Offenheit predigt, aber Türen schließt, wirkt widersprüchlich. Wer Vielfalt will, muss Raum für Individualität schaffen. Wer Leistung fordert, sollte Erholung ermöglichen. Jedes Möbelstück, jede Wandfarbe, jede Fläche kommuniziert. Der Raum wird damit zum verlängernden Arm des Employer Brandings. Und genau wie in der Markenkommunikation gilt auch hier: Alles hängt zusammen.

Teamwork im Besprechungsraum mit Erfolg | Duschrü.ckwand

Überzeugung durch Details

Oft sind es nicht die großen Gesten, die wirken – sondern die konsequenten. Ein sauber durchgeplantes Lichtkonzept, angenehme Raumakustik, funktionale Wegeführung: Solche Details bleiben im Kopf. Auch Sanitärbereiche sind in diesem Zusammenhang nicht zu unterschätzen. Gerade dort entscheidet sich, wie ernst ein Unternehmen seine Haltung wirklich nimmt. Wer Duschräume einrichtet, um sportliche Mobilität zu fördern, signalisiert Gesundheitsbewusstsein. Wer diese Räume dann mit einer hochwertigen Duschrückwand ausstattet, sendet ein weiteres klares Signal: Hier wird nicht improvisiert, sondern durchdacht geplant. Die Wahl langlebiger, pflegeleichter Materialien zeigt Qualitätssinn – ohne aufdringlich zu sein. Und genau das erzeugt Vertrauen bei Bewerbern, die einen ersten Rundgang machen und subtil aufnehmen, wie es hinter den Kulissen aussieht. Ein stimmiges Raumgefühl muss nicht luxuriös sein. Es muss nur zusammenpassen. Farben, Materialien, Ausstattung und Nutzung müssen ein Ganzes ergeben. Wer an dieser Stelle punktet, schafft bleibende Eindrücke – oft ohne ein Wort gesagt zu haben. Das Raumdesign wird damit zur stillen Visitenkarte, die mehr über ein Unternehmen verrät als jede Imagekampagne.

Der Weg zum Raum mit Wirkung

Der erste Schritt zu einem überzeugenden Raumkonzept ist die Frage nach dem Zweck: Was soll der Raum leisten? Geht es um Konzentration oder Austausch, um Ruhe oder Kreativität? Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Branche, Teamstruktur und Arbeitskultur. Gleichzeitig ist es entscheidend, den Raum nicht isoliert zu betrachten. Wer den Flur überdenkt, sollte auch die Aufenthaltsbereiche mitdenken. Wer offene Arbeitsflächen schafft, muss für Rückzugsmöglichkeiten sorgen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung, HR, Facility Management und – wenn möglich – Innenarchitekten ist sinnvoll. Denn nur wer Nutzung, Wirkung und Identität gemeinsam denkt, wird Räume schaffen, die stimmig sind. Das Ziel ist kein architektonisches Kunstwerk, sondern ein funktionaler, ehrlicher Ort. Einer, der Menschen nicht nur aufnimmt, sondern willkommen heißt. Und das wiederum wirkt stärker als jeder Recruiting-Slogan.

🗂️ Übersicht: Räume, die Bewerber überzeugen

Raumtyp Wirkung im Bewerbungsprozess
Eingangsbereich 👋 Erster Eindruck, Haltung zur Außenwirkung
Teeküche/Küche ☕ Gemeinschaft, Nahbarkeit, Alltagstauglichkeit
Pausenraum 🛋️ Wertschätzung, Gesundheitsbewusstsein
Besprechungszone 🗣️ Transparenz, Austauschkultur
Dusch- und Umkleide 🚿 Bewegungsfreundlichkeit, Funktionalität
Arbeitsplätze 💼 Ergonomie, Struktur, Flexibilität
Flure & Übergänge ➡️ Orientierung, Klarheit, Offenheit
Materialwahl 🧱 Nachhaltigkeit, Qualitätsanspruch

Interview: Arbeitsplatzberaterin Maren Schwarz über Räume als Recruiting-Faktor

Maren Schwarz berät Unternehmen beim Aufbau identitätsstiftender Arbeitsumgebungen mit Fokus auf Arbeitgeberwirkung.

Was ist der größte Fehler bei der Gestaltung von Büroräumen im Hinblick auf Bewerber?
„Der Fokus liegt oft zu stark auf Ästhetik oder Kosteneffizienz – aber nicht auf Nutzung. Räume müssen funktionieren und zur Kultur passen. Bewerber merken sehr schnell, ob das nur Oberfläche ist oder Substanz.“

Wie wichtig ist der erste räumliche Eindruck beim Bewerbungsgespräch?
„Extrem wichtig. Noch bevor das Gespräch beginnt, hat sich das Gegenüber ein Bild gemacht. Räume vermitteln Wertschätzung, Struktur, Offenheit – oder eben das Gegenteil.“

Welche Rolle spielt Funktionalität gegenüber Design?
„Beides ist entscheidend, aber Funktion muss immer Vorrang haben. Ein schöner Raum, der nicht funktioniert, erzeugt Frust. Ein funktionaler Raum mit Sinn für Gestaltung hingegen überzeugt dauerhaft.“

Woran erkennt man Unternehmen, die Räume wirklich als Teil ihrer Marke verstehen?
„An der Konsistenz. Vom Empfang bis zur Duschkabine ist alles durchdacht, aber nicht überinszeniert. Es geht um ein echtes Raumgefühl, nicht um Hochglanzoptik.“

Welche räumlichen Elemente wirken besonders auf Bewerber?
„Rückzugsorte, Licht, Lärmpegel und soziale Zonen. Auch gepflegte Nebenräume wie Sanitärbereiche oder Teeküchen sagen viel über das Unternehmen aus.“

Gibt es ein Element, das oft übersehen wird?
„Ja – die Wegeführung. Wie man sich im Gebäude bewegt, ob es Orientierung gibt oder ständiges Suchen. Das beeinflusst das Gefühl von Struktur und Klarheit.“

Ihr Tipp für wachsende Firmen mit kleinem Budget?
„In hochwertige Basiselemente investieren, z. B. Licht, Akustik, Böden. Und lieber wenige, aber konsequent durchdachte Räume schaffen.“

Spannende Einblicke – vielen Dank dafür.

Duschkabine mit Glas und Armatur | Duschrückwand

Warum Räume heute mitentscheiden

Die Zeit, in der Bewerber sich allein nach Titel und Gehalt entschieden haben, ist vorbei. Heute zählt die gesamte Umgebung. Wer bewusst Räume gestaltet, zeigt Haltung, Orientierung und Zukunftsdenken. Das wirkt nicht nur nach innen – sondern auch nach außen. Ein stimmiger Arbeitsplatz vermittelt Sicherheit, Ästhetik und Respekt. Eigenschaften, die jede Karriereseite gerne behauptet – aber nur wenige glaubhaft zeigen können. Räume haben keine Stimme, aber Wirkung. Und genau diese Wirkung ist es, die Unternehmen für sich nutzen können, wenn sie Talente gewinnen wollen. Mit einem bewussten Raumkonzept lassen sich nicht nur Prozesse verbessern, sondern auch Bewerber überzeugen. Nicht durch Worte – sondern durch Atmosphäre, Klarheit und Substanz.

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